maandag 21 augustus 2017

Rudolf Eucken (1846 – 1926) Of hoe een andersdenkende over Spinoza schreef [5]

Portret van Rudolf Eucken
Uitsnede bij Klassik Stiftung Weimar uit groter portret
gemaakt door Hans Olde (1855-1917) [zoals hier te zien]

Rudolf Eucken schreef veel en werd - vooral nadat hij in 1908 de Nobelprijs voor literatuur ontving - een populair schrijver – niet zozeer onder vakgenoten – en al snel raakte hij na zijn dood in vergetelheid. Alan Snell wiens lemma Eucken, Rudolf Christoph in het Biographical Dictionary of Twentieth-Century Philosophers ik in het blog van gisteren citeerde (zie aldaar de links erheen), geeft daar aan het eind van zijn lemma een simpele, nogal toevallige ‘verklaring’ voor:

“Widely read though he was, Eucken's fame was short-lived. His approach and proposals have not commanded the attention of many professional philosophers since his death. By itself this does not show that, or how, he was, mistaken, It may, however, suggest that in philosophy as elsewhere, those who today are among the arbiters of fashion may, tomorrow become the victim of it.” [p. 119-220]. Maar of het alleen een kwestie van mode is, en of i.p.v. de fenomenologie en het existentialisme desnoods het zgn. actionisme van Eucken de vakfilosofen even serieus had kunnen bezig houden, betwijfel ik.
In dit blog haal ik nog een kortere tekst van hem naar binnen, uit een van zijn latere werken, te weten
Rudolf Eucken, Knowledge and Life (Erkennen und Leben, 1912). Vertaler W. Tudor Jones. New York: Putnam's Sons, 1914 – Heruitgegeven o.a. in 2013

The learned treatises of Spinoza lead, in some of their main points, to decisive contradictions. This is especially so in regard to the monism so strongly emphasised in his teaching--it is really a monism only in appearance; and Spinoza's system on closer investigation is seen to be a dualism of Naturalism and Mysticism. But in spite of all contradictions the inner freedom and breadth manifest in his works can be held in the highest honour. Thus there arises a twofold mode of viewing and valuing things: one dealing with a learned formulation and a precise wording of the teaching; the other dealing with the stimulating spirit present in all the teaching. This twofold aspect explains the remarkable fate--especially the change of valuation--by which many Systems of Thought have been overtaken. Wolff, with his systematic and precise work, was during his own lifetime held in the highest esteem, and was a distinguished member of all the great European Societies. The absence from his teaching of a stimulating spirit and of an elevated conception of life was not observed by the learned members of these Societies; but when these defects in Wolff's teaching were afterwards discovered the judgment of the members of learned Societies bordered almost on injustice to him. But Spinoza, on the other hand, was ignored not only by the orthodox but also by the learned of his day; such an impartial thinker as Bayle termed the Spinozistic Philosophy a lamentable absurdity (Gallimathias pitoyable); and yet Spinoza became for some of the greatest German poets and thinkers their fountain of fresh life. Such a welling-up life is often discovered only where it is active from the outset; and judged according to such a criterion alone it fritters away the history of Philosophy  to happenings mere on the external side; but what, however, remains intact in spite of all this has all the more content and stimulating energy.  [ p. 215 – 217 – cf. archive.org]
[Cover van uitgave van 1925 van hier]

In plaats van een langere tekst van wel 20 A4-tjes over te nemen, nl. Kapitel 6 IV. “Das menschliche Erkennen. Das Wahrheitsproblem” [in: Rudolf Eucken, Einführung in die Hauptfragen der PhilosophieLeipzig, Verlag Quelle & Meyer, 1919 – te lezen bij Gutenberg.spiegel.de] ben ik zo vrij hier een samenvatting van dat werk over te nemen van

Hans Klumbies, Das Streben nach Wahrheit führt zum Leben in der Unendlichkeit (diens blog 24 juli 2012

 Wahrheit und Glück erscheinen Rudolf Eucken unter menschlichen Verhältnissen oft als unversöhnliche Gegner. In der Sehnsucht nach Wahrheit empfindet der Mensch sein unmittelbares Dasein als zu klein und zu eng. Er möchte solcher Einengung entfliehen und ein Leben mit der ganzen Weite der Unendlichkeit führen. Hier scheint für ihn die größte aller Befreiungen zu wirken. Rudolf Eucken ergänzt: „Die Befreiung von allen Niederungen der Selbstsucht und von der Zufälligkeit einer besonderen Art; ein reineres, edleres, unendliches Leben steigt damit auf, ein Leben, das selbst ein so maßvoller Denker wie Aristoteles für mehr göttlich als menschlich erklären konnte.“ Von so hohem Streben ergriffen, scheint der Mensch laut Rudolf Eucken sein eigenes Befinden gänzlich zurückzustellen, ja es willig aufopfern zu müssen, wenn es der Dienst der Wahrheit verlangt.

In der Philosophie steht die Wahrheit vor dem Glück an erster Stelle
Völlig anders sieht es beim Verlangen nach Glück aus. Hier wird alles, was eine Person angeht und betrifft, was sie bewegt und zum Handeln anspornt, auf ein Zentrum bezogen, in dem sich das eigene Dasein auf ein Ganzes zusammenfasst. Rudolf Eucken erklärt: „Danach wird alles Erlebnis gemessen und bewertet, von da aus strömt Liebe und Hass, strömt Glut und Leidenschaft in alle Unendlichkeit ein; was hierfür nichts leisten kann, das gilt als eine unnütze Zutat und darf uns nicht weiter bemühen; was immer hingegen bleibt, das muss sich von hier aus verstärken.“
So steht für Rudolf Eucken beim Glück das Subjekt, bei der Wahrheit das Objekt voran, dort eine energische Konzentration, hier eine Weite ohne Grenzen, dort ein Hervorkehren, hier ein Zurückdrängen des Lebenswillens. Rudolf Eucken fügt hinzu: „Das Wahrheitsstreben mag leicht vom Glücksverlangen aus als kalt und matt, dieses aber von jenem aus als eng und selbstisch erscheinen.“ Dieser Gegensatz liegt nicht außerhalb der Philosophie, so dass jede Wendung zu ihr gegen das Glück und für die Wahrheit eintritt.

Der Unterschied im Denken von Augustinus und Baruch de Spinoza
Rudolf Eucken verweist auf das Denken Augustins, das von einem glühenden Glücksverlangen angetrieben und beseelt war. Nur ein überwältigendes „Ich will“ führt ihn durch alle Zweifel hindurch und lässt ihn alle Widerstände überwinden. Rudolf Eucken schreibt: „Was er ergreift, das will er bezwingen und in eignes Leben verwandeln, auch in dem scheinbar Fernsten sieht er nur die Beziehung auf das Befinden des Subjekts und umklammert es danach mit seinen Gefühlen; so scheidet sich ihm alles in ein Entweder – Oder, Tag oder Nacht, in Seeligkeit oder Verdammnis.“
Baruch Spinoza dagegen bekämpft laut Rudolf Eucken alles Hineintragen menschlicher Empfindungen und Affekte in das Universum als eine grobe Entstellung, ja totale Verfälschung. Er möchte das übliche Bild der Welt davon befreien und das Denken und Leben der Menschen ganz und gar mit dem Gehalt der Dinge erfüllen. Rudolf Eucken schreibt: „Die willen- und wunschlose Betrachtung wird hier zum Gipfel des Lebens, sie lehrt, die Dinge unter der Form der Ewigkeit zu schauen, alles Einzelne umfassenden Zusammenhängen einzufügen, die Geschehnisse nicht zu beweinen oder zu belachen, sondern zu verstehen.“

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